Zwischen den Feiertagen
Zwischen Weihnachten und Silvester passiert etwas Eigenartiges.
Die großen Tage sind vorbei.
Die Erwartungen auch.
Und plötzlich entsteht diese Zeit, die keinen richtigen Namen hat.
Man ist müde vom Feiern, vom Zusammensein, vom Funktionieren.
Der Kalender ist leerer, aber der Kopf oft voller als sonst.
Viele wissen nicht so recht, was sie mit diesen Tagen anfangen sollen.
Ich erlebe das jedes Jahr, im Laden und auch bei mir selbst.
Das stille Loch nach Weihnachten
Wo vorher Wochenlang Vorfreude war, ist jetzt ein Vakuum.
Keine To-do-Listen mehr für Geschenke.
Kein Advent, auf den man sich vorbereiten muss.
Kein Höhepunkt mehr in Sicht, Silvester fühlt sich oft mehr nach Pflicht als nach Lust an.
Zwischen den Feiertagen ist eine Zeit, in der man langsamer wird, ob man will oder nicht.
Und genau das fällt vielen schwer.
Man ist zu müde, um produktiv zu sein.
Zu unruhig, um wirklich zu entspannen.
Irgendwo dazwischen.
Warum diese Tage trotzdem wichtig sind
Ich glaube, dieses „Loch“ hat seinen Sinn.
Es zwingt uns, kurz stehen zu bleiben.
Das Jahr ist fast vorbei, das neue noch nicht da.
Man kann nichts abschließen und noch nichts neu anfangen.
Und genau deshalb dürfen diese Tage leer sein.
Nicht alles muss genutzt werden.
Nicht alles muss Sinn ergeben.
Manchmal reicht es, einfach da zu sein.
Was ich in diesen Tagen im Laden beobachte
Zwischen den Feiertagen ist die Stimmung in der Teedose eine andere.
Die Gespräche werden ruhiger.
Die Menschen bleiben länger stehen.
Sie fragen weniger nach Geschenken und mehr nach etwas für sich.
Viele sagen Sätze wie:
„Ich brauch jetzt einfach was Warmes.“
Oder:
„Irgendwas Ruhiges für die nächsten Tage.“
Es geht nicht mehr ums Teilen, sondern ums Ankommen.
Kleine Rituale für diese Zwischenzeit
Ich glaube nicht an große Vorsätze in dieser Phase.
Aber an kleine Dinge, die helfen, den Übergang sanfter zu machen.
Zum Beispiel:
-
morgens keinen Wecker stellen, wenn es geht
-
einen Tee trinken, ohne nebenbei etwas zu erledigen
-
einen Spaziergang ohne Ziel
-
das Handy öfter weglegen
Diese Tage müssen nichts leisten.
Sie dürfen einfach überbrücken.
Tee passt genau deshalb so gut in diese Zeit.
Er ist kein Highlight.
Er ist Begleitung.
Warum Tee gerade jetzt anders wirkt
Zwischen den Feiertagen trinkt man Tee nicht aus Gewohnheit.
Man trinkt ihn, weil er gut tut.
Nicht als Genussmittel.
Sondern als Pause.
Ein Schwarztee am Vormittag, wenn draußen alles still ist.
Ein Kräutertee am Nachmittag, wenn der Tag sich zieht.
Etwas Warmes am Abend, ohne Anlass.
Tee verlangt nichts.
Er wartet.
Kein Neustart, noch nicht
Diese Zeit ist kein Anfang.
Aber auch kein Ende.
Sie ist der Raum dazwischen.
Und der wird oft unterschätzt.
Man muss jetzt noch keine Entscheidungen treffen.
Keine Vorsätze fassen.
Kein neues Ich entwerfen.
Man darf einfach durchatmen.
Mein Fazit
Zwischen Weihnachten und Silvester muss nichts passieren.
Diese Tage dürfen leer sein, ruhig, unspektakulär.
Vielleicht ist genau das ihr Wert.
Dass sie nichts fordern.
Wenn du in dieser Zeit etwas suchst, dann nicht Ablenkung –
sondern Wärme, Ruhe und ein bisschen Gelassenheit.
Und manchmal reicht dafür schon eine Tasse Tee.