Wie ich Tees auswähle – vom Probieren, Riechen und Vertrauen

Wie ich Tees auswähle – vom Probieren, Riechen und Vertrauen


Viele, die in die Teedose kommen, fragen mich irgendwann:
„Wie wählst du eigentlich deine Tees aus?“

Und jedes Mal muss ich ein bisschen schmunzeln, weil die Antwort gar nicht so kompliziert ist.
Ich verlasse mich auf meine Nase, mein Bauchgefühl, und auf Menschen, denen ich vertraue.

Ein wichtiger Teil meiner Arbeit spielt sich aber außerhalb des Ladens ab. Wir sind regelmäßig auf Teemessen unterwegs. Dort treffe ich Händler, probiere neue Sorten, verhandle, höre zu, schnuppere, koste und suche nach Tees, die zu uns passen. Manchmal ergeben sich dort neue Kontakte zu kleinen Bauern, die mit viel Herz und Handarbeit arbeiten. Genau solche Begegnungen machen den Unterschied.

Tee ist für mich nichts, was man einfach bestellt und ins Regal stellt. Jeder Tee, der in meinem Laden landet, geht vorher durch meine Hände, meine Tasse und oft auch durch meine Laune. Manche überraschen mich sofort, andere brauchen mehrere Aufgüsse, bis ich weiß, ob sie bleiben dürfen.


Der erste Eindruck: der Duft

Wenn ich eine neue Sorte öffne, entscheidet der erste Atemzug.
Ich halte die Nase über die Dose, und innerhalb von Sekunden weiß ich, ob da Leben drinsteckt oder nicht.

Ein guter Tee riecht klar, rund und ehrlich.
Da ist nichts Künstliches, nichts Schweres. Wenn ich beim Riechen schon Lust bekomme, Wasser aufzusetzen, hat der Tee gewonnen.

Ich liebe diesen Moment, wenn ich zwischen den Dosen stehe, alles duftet nach Assam, Darjeeling oder frisch gerolltem Oolong, und ich mir denke: „Ja, das könnte was sein.“


Probieren, vergleichen, entscheiden

Jede neue Sorte wird aufgegossen. Ich beobachte die Farbe, nehme den ersten Schluck, warte kurz, nehme den zweiten. Manche Tees zeigen gleich, was sie können. Andere brauchen Zeit, um sich zu entfalten.

Es gibt Tees, die hauen dich sofort um, und welche, die sich leise einschleichen und dann bleiben.
Ich hatte schon Mischungen, die beim ersten Schluck belanglos wirkten, und dann im zweiten Aufguss plötzlich Charakter zeigten.

Und genau das liebe ich an diesem Job: Tee ist ehrlich. Wenn er nichts hat, kann man es nicht schönreden. Da hilft kein Etikett, kein Name, kein Marketing. Nur der Geschmack zählt.


Vertrauen spielt eine große Rolle

Ein großer Teil meiner Arbeit ist Vertrauen.
Viele meiner Lieferanten kenne wir seit Jahren. Ich weiß, wo ihre Tees herkommen, wie sie arbeiten und worauf sie achten.

Ich brauche keine großen Versprechen, mir ist wichtig, sicher zu sein dass sie ihre Produzenten kennen und selbst mit Herz dabei sind.
Ich will Tees, die nicht nur gut schmecken, sondern auch ehrlich gemacht sind.

Deshalb gibt es bei mir keine Massenware, keine anonyme Fabrikmischung.
Ich will, dass jede Sorte eine Geschichte hat, sei es ein kräftiger Assam, ein grüner Sencha, ein wilder Oolong, der nach nasser Erde und Sonne riecht oder eine feine Früchtemischung für den Advent. 


Warum ich manchmal Nein sage

Es gibt viele Tees, die gut riechen, schön aussehen, aber einfach nicht passen. Dann sag ich Nein. Ich will keine Tees, die nur wegen eines Trends gekauft werden. Ich will Sorten, die auch nächstes Jahr noch Freude machen.

Ich möchte keine Tees im Regal haben, hinter denen ich nicht stehen kann.
Wenn ich jemandem eine Sorte empfehle, dann weil ich sie selbst gerne trinke.
Und das ist für mich der beste Test überhaupt: Würde ich ihn mir zuhause aufgießen? Wenn ja, kommt er rein. Wenn nein, bleibt er draußen.


Mein Fazit

Am Ende geht’s nicht darum, jeden Trend mitzumachen.
Ich will Tees, die echt sind, Tees, die Charakter haben.
Sorten, die mich ansprechen, wenn ich sie rieche, und überzeugen, wenn ich sie trinke.

Wenn jemand im Laden steht, mich ansieht und fragt:
„Welchen Tee trinkst du eigentlich am liebsten?“
 dann weiß ich, ich hab alles richtig gemacht.


In der Teedose Klagenfurt findest du genau diese Tees, ausgesucht mit Nase, Herz und Verstand.
Echte Blätter, ehrliche Mischungen und Menschen, die Tee lieben.
So wie ich.

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